header_neu4.jpg

Schwerstarbeit für Lübecks Geschichte

Schwerstarbeit für Lübecks Geschichte

Am 20. September startet die Ausstellung "Lübeck 1500" in St. Annen. Aktuell werden die Exponate ins Museum gebracht. Das ist nicht ganz einfach: Am Dienstagmorgen wurde die über 400 Kilogramm schwere Grabplatte vom Kaufmann Hermen Hutterock aus St. Marien geholt.

Den Tag hatten sich die Kunstpacker Rudi, Martin, Heiko und Mirko aus Köln einfacher vorgestellt. Auf 150 Kilo wurde das Messingrelief geschätzt. Beim Abnehmen gab es dann eine Überraschung. Die alte Grabplatte bringt über 400 Kilogramm auf die Waage.

Quelle: hl-live.de

Der Fußboden der Marienkirche war früher weitgehend mit Grabplatten bedeckt. Während im Dom die hohe Geistlichkeit bestattet wurde, waren es in der Ratskirche St. Marien die wohlhabenden Kaufleute, die oft zugleich die Senatoren und Bürgermeister stellten.

Die meist aus Sandstein gefertigten Grabplatten sind durch den Bombenangriff vom Palmsonntag 1942 beschädigt oder zerstört worden. Beim Wiederaufbau der Kirche in den 1950er Jahren war kein Geld vorhanden, um beschädigte Platten zu restaurieren. So haben nur einige Platten überlebt, auch in der heutigen Gebetskapelle, die den Krieg relativ heil überstanden hat.

Die Kapelle unter der sogenannten Totentanzorgel führte früher den Namen Gerwekapelle, weil hier die Gewänder der Priester aufbewahrt wurden. Ein besonders schönes Exemplar alter Grabplatten bildet die des Kaufmanns Hermen Hutterock. Die in Messing gearbeitete Darstellung des Kaufmanns und seiner Ehefrau stammt angeblich von Bernt Notke, dessen Hauptwerk in Lübeck das Triumphkreuz im Dom bildet. Hermen Hutterock starb 1505.

Die Grabplatte ist nur eines von rund 100 Exponaten, dass ab 20. September das Leben in Lübeck im Jahr 1500 zeigen wird. Weitere Leihgaben kommen unter anderem aus dem Bodemuseum in Berlin, der Pinacoteca di Brera in Mailand und dem Nationalmuseum in Kopenhagen.

Quelle: hl-live.de